Artist of the Month

Nico Semsrott

Artist of the Month

Wo er auftaucht, wird Frust zur Pointe: Nico Semsrott, selbst ernannter Demotivationstrainer aus Leidenschaft – mit Betonung auf Leiden. «Stand-up Tragedy» nennt er sein Betätigungsfeld dann auch folgerichtig.

Hinter dem obligaten Kapuzenpulli versteckt, verzweifelt der Melancholiker Semsrott an sich und der Welt, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt – und das macht er sehr erfolgreich. Er behauptet zwar gern, dass er der erste Treffer sei, wenn man bei Youtube «scheitern» eingibt. Mit seinen «phasenweise pessimistischen» Powerpoint-Präsentationen hat sich Nico Semsrott aber längst einen festen Platz in der deutschsprachigen Kabarettszene erobert. Ganz zu schweigen davon, dass er auch als Slammer eine Klasse für sich ist und über 100 Slams gewonnen hat – darunter natürlich auch den Casino-Slam, an dem er bereits mehrfach als Teilnehmer und auch schon als Moderator angetreten ist.

Teaser

«Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.»

Nico Semsrott

Teaser

«Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.»

Nico Semsrott

Sowieso ist Semsrott seit Beginn seiner Karriere ein gern gesehener Gast im Casinotheater. Ganze 42-mal ist er schon auf unserer Bühne aufgetreten – von der «Frischlingsparade» über die Gala bis «Stille Kracht» hat er alle möglichen Formate unseres Hauses durchlaufen. 2012 war er in der Produktion «Alles ist Wunderland» zu sehen, und ab 2012 folgten Soloauftritte mit dem Programm «Freude ist nur ein Mangel an Information». Höchste Zeit also, Semsrott als Artist of the Month zu ehren und mehr über ihn zu erfahren. Womit man einen Demotivationstrainer glücklich machen kann und was er von katholischen Schulen hält, hat er uns verraten.

Teaser

«Wer früher aufgibt, kann anderen beim Verlieren zusehen.»

Nico Semsrott

Teaser

«Wer früher aufgibt, kann anderen beim Verlieren zusehen.»

Nico Semsrott

Mein bester Feind
Mein Fluchtreflex. Ich halte Situationen nicht aus. Deswegen habe ich ganz oft in meinem Leben meine Vorhaben abgebrochen, bin weggelaufen, immer auf der Suche nach einem erträglichen Leben mit einem erträglichen Beruf: Mittlerweile habe ich ihn gefunden. Ich bin Demotivationstrainer.

Mein schönster Tag
Wenn ich ausschlafen darf. Ich mag schlafen.

Mein schlimmster Alptraum
Einem freudlosen System hilflos ausgeliefert zu sein: Schule, katholische Kirche, klassisches Unternehmen. Bis zu meinem Lebensende in eine katholische Schule gehen müssen – für mich wäre das die Hölle. Ein Ort, der Spass, kreativen Freiraum, Sexualität und alle möglichen menschlichen Bedürfnisse bekämpft.

Meine aufregendste Arbeit
Vielleicht damals, als ich in einer Psychiatrie aufgetreten bin? Oder im Jugendgefängnis?

Teaser

«Meine Freundin ist wie mein Ferienhaus. Ich habe kein Ferienhaus.»

Nico Semsrott

Teaser

«Meine Freundin ist wie mein Ferienhaus. Ich habe kein Ferienhaus.»

Nico Semsrott

Mein Lieblingswort
Hä?

Meine tollste Auszeichnung
Wenn ein Mensch nach dem Abend zu mir kommt, lächelt und Danke sagt. Kleinkunstpreise sind nichts dagegen.

Mein Lieblingsslammer
Till Reiners. Und alle anderen, die Gesellschaftskritik unterhaltsam ausüben.

Mein Wunsch für die Zukunft
Dass möglichst viele Menschen das Leben leben, das sie leben wollen. Dass die Rechtspopulisten in Europa keine Chance bekommen, den Kontinent in den Krieg zu stürzen.

Über Nico Semsrott

Über Nico Semsrott

Nico Semsrott, geboren am 11. März 1986 in Hamburg, sorgte bereits als Schüler auf dem katholischen Gymnasium für Furore: Seine Schülerzeitung «Sophies Unterwelt» wurde von der Schulleitung auf dem Schulgelände verboten. Seit 2008 tritt er auf Poetry Slams, Kabarettbühnen und im Fernsehen auf. Sein erstes Soloprogramm mit dem Titel «Freude ist nur ein Mangel an Information» hatte am 14. Juni 2012 in Hamburg Premiere. Mit einer ständig aktualisierten Fassung tourt er seitdem durch die deutschsprachigen Theater und hat zahlreiche Kabarett-Preise eingeheimst. Ebenfalls sehr erfolgreich sind seine herrlich depressiven Unglückskekse.

Teaser

Teaser