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Die Entstehung
Einer Gruppe von Künstlern fiel die Casinotheater-Liegenschaft in Winterthur mit Restaurant, Theater- und Festsaal auf. Das Gebäude, an prominenter Lage mitten im Stadtkern, befand sich in traurigem Zustand: bröckelnde Fassade, veraltete Haustechnik – ein Betrieb ohne Perspektive. Die Künstlergruppe begann eine Übernahme des Hauses zu planen, die Gründung eines von öffentlichen Subventionen unabhängigen Theaters, dessen Besitzer die Künstler selber sind – gemeinsam mit weiteren Investoren.
Die Stadt Winterthur hatte verschiedene Varianten geprüft, um das 130-jährige Gebäude zu nutzen und ein Projekt ausrechnen lassen, das Umbaukosten von über 20 Millionen Franken mit sich gebracht hätte. Das Gemeindeparlament lehnte die Vorlage ab und beauftragte den Stadtrat, nach anderen Lösungen zu suchen – bis hin zum Verkauf.
Das war die Chance für die Initiantengruppe, einen Kaufvertrag mit der Stadt abzuschliessen, der anschliessend auch in einer Volksabstimmung eine Mehrheit von über 70 Prozent Ja-Stimmen fand: Theaterbetrieb an 200 – 250 Tagen im Jahr und kreative Gastronomie in den Sälen, in denen weiterhin Platz bleibt für Events und öffentliche Veranstaltungen. Eben das, was heute das Casinotheater Winterthur ausmacht.
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Die Geschichte des Gebäudes
Im März 1850 traten zum ersten Mal Abgeordnete zusammen, um sich für den Bau eines gemeinsamen Gesellschaftshauses einzusetzen. Die Umsetzung des Projekts gelang etwa 10 Jahre später. 1860 erwarb die Casino-Gesellschaft das heutige Grundstück des Casinotheaters und errichtete ein Gesellschaftshaus, wo Musikkollegium und Lesegesellschaften ihren Platz finden sollten. Bereits im Dezember 1862 konnte die Wirtschaft im Casino eröffnet werden und erfreute sich zu dieser Zeit als ein Ort der Freinacht großem Zuspruch. Im Januar 1863 erhielt das Casino seine offizielle Taufe und war von nun an ein beliebter Treffpunkt für das gesellschaftliche Leben in Winterthur. Das Haus bot seinem Publikum ein breites Spektrum an Darbietungen, dazu zählten unter anderem Konzerte, Ballettinszenierungen und Theaterabende.
12 Jahre nach der Eröffnung des Casinos ging die Casino-Gesellschaft in Liquidation und erlebte erst 1874 wieder einen Aufschwung. Das Casino wurde von der Stadt Winterthur gekauft und erlangte dadurch wieder eine neue Zukunftsperspektive. Im Übernahmevertrag verpflichtete sich die Stadt, das Casino dem bisherigen Zweck zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens in Winterthur nicht zu entfremden.
In den 20er Jahren bildete das Casino den Schauplatz bedeutender Festlichkeiten. Turnvereine, Fussballvereine und Musiker hielten ihre jährlichen Unterhaltungsabende im Casino ab.
1934 wurde das Casino durch einen Brand stark beschädigt und wurde erst im März 1936 wieder eröffnet. Nach der Wiedereröffnung zog das Stadttheater Winterthur in die Liegenschaft ein. Von 1936 bis 1969 wurden im Casinotheater vor allem Gastspiele des Schauspielhauses Zürich gespielt. Bis 1979 der Theaterbetrieb ins neu erbaute Theater am Stadtgarten in Winterthur umzog, das Casino wurde nur noch sporadisch für Aufführungen genutzt.
Seit den 80er Jahren war das Casino in einem schlechten Zustand und die verschiedensten Varianten für die Sanierung oder den Neubau des Casinos wurden überlegt. 1996 stellte der Stadtrat das Haus schliesslich unter Denkmalschutz und schrieb das Gebäude zum Verkauf aus.
Die Initiativgruppe, die aus bekannten Schweizer Künstlern bestand, entschloss sich 1999, aus dem Casino ein einmaliges Kulturprojekt zu konzipieren. Mit der Zielsetzung: ein Haus von Künstlern für Künstler zu sein. Das neue Casinotheater sollte ein Zentrum der Schweizer Comedy und Kabarett-Szene werden.